Der Verein

#1 von bockes , 20.05.2011 09:34

110jähriges Bestehen der Landsmannschaft Chalemunzia

Text für Pater Rainer von Maria Eich am 20. Juni 2001
(Der Text stammt von Thekla Gruber, geb. Hammer aus Traidendorf)

Die Oberpfalz, auch Stein- oder Kartoffelpfalz genannt, bringt schon in ihrer herben Namensgebung den Ende des 19. Jahrhunderts so unbarmherzig niedrigen Lebensstandard zum Ausdruck. Doch selbst der karge, gebietsweise fast unfruchtbare Boden, die verkehrsmäßig arg vernachlässigte Erschließung der Region, die unterentwickelte industrielle Struktur konnten die dort lebende Bevölkerung nicht entmutigen. Harte Arbeit, Genügsamkeit, Entbehrungen, Glaubenstreue und Zusammenhalt erzeugten unter den dort lebenden Menschen eine große und tiefe Heimatliebe, die selbst Armut, Unterdrückung, Hunger und Elend nicht zum Erliegen bringen konnten.

Die Jugend aus den vielen kinderreichen Familien, die in ihrer Heimat keinerlei Verdienstmöglichkeit sah, ging zum großen Teil auf die in der damaligen Zeit so viel gepriesene „Walz“ und ließ sich dann nach Jahren der Fort- und Weiterbildung in verschiedenen Großstädten nieder, um dort eine feste Arbeitsstelle für ihr weiteres Auskommen zu finden.

Im Zuge dieser Wanderschaft konnten viele junge Oberpfälzer mit einer erfahrenen, soliden Ausbildung in München Fuß fassen, ihren Beruf ausüben und hier auch eine Familie gründen. Durch ihr großes Können, ihre Arbeitsfreudigkeit, ihre Strebsamkeit und Gottesfurcht waren sie bald willkommene Bürger und haben sich auch in kürzester Zeit in der Großstadt eingelebt und zurechtgefunden. Doch bei aller Zufriedenheit, vielleicht auch Vorteilen, konnte das bohrende Verlangen nach der angestammten Oberpfalz die ausgeprägte und innige Heimatliebe nie zum Erliegen bringen, die neue Wahlheimat niemals die Geburtsstätte ersetzen. Mancher suchte doch immer wieder die Geborgenheit im Kreise seiner Heimatgetreuen.

Um das Heimweh leichter zu ertragen, setzten sich mehrere Kallmünzer in München zusammen und gründeten am 13. Juni 1891 eine Gesellschaft unter dem lateinischen Namen „Chalemunzia“, die später in Landsmannschaft Chalemunzia umbenannt wurde. Der Verein zählte sieben Gründungsmitglieder und sechs Mitglieder. In den Satzungen wurde ein 14tägiges Treffen und ein monatlicher Beitrag von zwanzig Pfennigen vereinbart. Als Mitglieder wurden nur Männer mit gutem Leumund aufgenommen. Ziel der Vereins war: Geselliges Beisammensein, Neuigkeiten aus der Heimat zu hören und vor allem das Oberpfälzer Brauchtum zu pflegen und auch in Not geratenen Landsleuten zu helfen. 1909 zählte der Verein 37 Mitglieder.

In den Kriegsjahren ruhte das Vereinsleben. Die Kriege schlugen auch unserer Landsmannschaft schwere Wunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der Verein nach Verhandlungen mit der Besatzungsmacht neu zum Leben erweckt werden. Etwa 10 Männer und Frauen besuchten die Vereinsabende. Wegen Männermangels konnten sich nun auch Frauen als Mitglieder aufnehmen lassen. In den folgenden Jahren waren die Weihnachtsfeiern, die Faschingsunterhaltungen sowie ein Jahresausflug und alle 5 Jahre das Jubiläum in der Heimat die Höhepunkte im Vereinsleben.




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zuletzt bearbeitet 21.06.2011 | Top

   

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